Ideen und Schnittstellen in der Friedens- und Konfliktforschung: die Bedeutung inter- und transdisziplinärer Forschung
Das Kolloquium 2026 findet vom 11.-13. März 2026 in Leipzig statt.
Die aktuellen politischen, ökologischen und sozialen Krisen zeigen, dass die Friedens- und Konfliktforschung ihre Konzepte, Methoden und praktischen Ansätze dringend weiterentwickeln muss. Die Friedens- und Konfliktforschung zeichnet sich daher zunehmend durch ihre Komplexität und Multidimensionalität aus und erfordert innovative Ansätze, um auf eine Welt zu reagieren, die durch rapiden Wandel, wechselnde Machtdynamiken und globalisierte Herausforderungen geprägt ist.
Diese Konferenz soll die Überschneidungen von Ideen, Methoden und Konzepten im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung beleuchten und den Mehrwert der interdisziplinären Zusammenarbeit in den Vordergrund stellen.
Inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze werden mehr denn je als unverzichtbare Methoden zur Bewältigung aktueller Herausforderungen benötigt und bieten neue Perspektiven und Synergien zwischen den Disziplinen. Globale Aufrüstung, digitale Kriegsführung, Klimawandel und Dual-Use-Technologien rücken die Naturwissenschaften zunehmend in den Mittelpunkt der Sicherheitspolitik. Diese („Re-“)Investition in die Naturwissenschaften wirft kritische Fragen nach der Rolle, der Verantwortung und dem Potenzial wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Friedensförderung auf. Gleichzeitig sind die Sozialwissenschaften gefordert, die politischen, normativen und institutionellen Kontexte wissenschaftlicher Innovationen zu analysieren.
Die Wissensorganisation der Friedens- und Konfliktforschung entlang von Disziplinen ist in Deutschland jedoch besonders ausgeprägt: Trotz der verstärkten Forderung nach transdisziplinärem Arbeiten und interdisziplinärer Zusammenarbeit ist Interdisziplinarität kaum institutionalisiert; disziplinäres Denken (de-)autorisiert weiterhin legitimes Wissen, Untersuchungen, Fragen und Methoden. Infolgedessen verstärkt das Denken innerhalb von Disziplinen und disziplinären Grenzen strukturelle Asymmetrien, Ungleichgewichte und Exklusion in der Wissensproduktion für die Friedens- und Konfliktforschung. Dies führt zu starren Abgrenzungen zwischen den Disziplinen und schränkt intellektuelle Pluralität und gesellschaftlich relevante und situationsbezogene Forschung ein, was sich auch in Fachzeitschriften, Finanzierungs- und Hochschulprogrammen sowie in disziplinär organisierten Instituten niederschlägt und inter- und transdisziplinäre Forschung besonders erschwert.
Der komplette Call for Papers ist hier zu finden. Einreichungen bitte über unser Formular.